Nachhaltig - Heike Hundertmark

Wie ich weniger konsumiere und mehr einkaufe

Was landet in meinem Einkaufskorb? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer häufiger. Und ich merke an Gesprächen mit Freunden, dass es nicht nur mir so geht. Den Trend, ganz bewusst einzukaufen, beobachte ich gerne, denn natürlich ist es für die Umwelt gut, wenn immer mehr Menschen zu Lebensmitteln und Waren greifen, die unter gewissen Nachhaltigkeitsmerkmalen der Umwelt zu Liebe erzeugt und produziert werden, und mit dem Bio Label markiert sind.

An mir selbst habe ich aber noch eine ganz andere positive Veränderung festgestellt, seitdem ich mein Einkaufsverhalten geändert habe. 

Bewusst einkaufen

Wie viele Teile haben Sie in Ihrem Kleiderschrank, die Sie gar nicht tragen? Ich gebe zu: In meinem findet sich schon das ein oder andere …

Aber in letzter Zeit ist nicht mehr viel dazu gekommen, denn: So dramatisch die Corona-Pandemie auch war, etwas Gutes hat sie mit sich gebracht: Ich habe mir gezwungenermaßen zwei Jahre keine neuen Klamotten gekauft und, oh Wunder, ich habe trotzdem jeden Tag etwas zum Anziehen gefunden. 

Und so ging es scheinbar nicht nur mir: Bei meinen Spaziergängen und Radtouren habe ich oft beobachtet, wie die Leute sich ihren Gärten widmen, es sich zuhause schön machen und erkennen: Wir müssen nicht jedes Jahr in den Urlaub fliegen. Wir können es auch zuhause oder in der Nähe richtig schön haben. 

Konsum vs. einkaufen

Das hat mich nachdenklich gemacht: Offensichtlich brauche ich viel weniger, als ich dachte. Seitdem achte ich ganz bewusst darauf, was ich einkaufe. Wenn ich nun in die Stadt gehe, frage ich mich bei jedem Gegenstand, den ich in die Hand nehme, welchen Wert er für mich hat. 

Dann konsumiere ich nicht mehr. Ich kaufe ein. Was der Unterschied ist? Es geht dabei nicht um die Dinge, die ich kaufe. Es geht um mich. 

Ich stelle mich in den Mittelpunkt. Und so landet nur das im Einkaufskorb, was mir gut tut. Ich befreie mich damit von allem unnötigen Ballast. Ganz bewusst gönne ich mir nun etwas. Und so schaffe ich mir immer mehr Investitionsgüter an. Also Dinge, die ich nicht einfach kaufe, um sie zu konsumieren, sondern die mir etwas zurückgeben. 

Ich entscheide mich zum Beispiel für gesunde Lebensmittel und investiere damit in meine Gesundheit. Ich gönne mir Kleidung, in der ich mich richtig wohlfühle, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn ich sie trage. Probieren Sie es doch mal aus: Wenn Sie sich nur noch Dinge anschaffen, die Ihnen etwas zurückgeben, zehren Sie eine ganze Weile davon – und ziehen Energie daraus.

Gute Gründe

Bewusst einzukaufen tut aber nicht nur mir gut. Auch mein Geldbeutel profitiert davon: Klar, hochwertige Produkte sind erstmal teurer, aber sie halten eben auch länger als die China-Variante, die ich im gleichen Zeitraum drei Mal kaufen muss. Und: Nachhaltig ist es auch noch, weniger zu kaufen und so Ressourcen einzusparen. Und damit dankt es uns die Umwelt, wenn wir weniger und dafür bewusster einkaufen. 

Wenn das nicht wirklich gute Gründe sind, mal wieder ganz bewusst einkaufen zu gehen …

Was möchten Sie sich als nächstes gönnen?

Diesen Beitrag teilen:

Menü