Matthias König_Reparieren

Reparieren statt produzieren: Ist das praktikabel?

Ich muss zugeben, als unser Geschäftsführender Gesellschafter Detlef Lohmann seine neueste Vision verkündete, war ich schon etwas skeptisch. „Wir werden in Zukunft weniger Produkte produzieren, stattdessen viel reparieren, und so mehr Ressourcen einsparen.“

Aber gut, ich liebe Herausforderungen und so war ich offen für diese neue und ungewöhnliche Idee für einen Produktionsbetrieb. Eine Frage sollte mich aber dennoch die nächsten Monate beschäftigen: Wie setzen wir das neue Geschäftsmodell so um, dass es für unsere Kunden attraktiv und praktikabel ist? Schließlich nützt die beste Idee nichts, wenn sie in der Umsetzung kompliziert, anstrengend oder teuer ist. 

Warum mehr zahlen?

Um zum Beispiel eine Ladungssicherungsstange zu fertigen, brauchen meine Kollegen zwischen einer und vier Minuten. Ungefähr genauso lange dauerte die Reparatur. Nur, dass vorm Reparieren der Zustand jeder Stange von Mitarbeitern bewertet werden musste. Anschließend wurde dem Kunden ein Angebot geschrieben. Unser zusätzlicher Arbeitsaufwand sowie die zusätzlichen Transportkosten trieben den Preis für unsere Dienstleistung in die Höhe. Wie Sie sich vorstellen können, machte es keinen Sinn, unsere Kunden davon zu überzeugen: Warum sollten sie für die reparierte Ware mehr zahlen als für neue?

Weil wir aber überzeugt davon waren, dass es einen Weg geben muss, wie wir Ressourcen sparen und gleichzeitig ein attraktives Angebot entwickeln können, tüftelten wir weiter. Wir verschlankten unsere internen Prozesse, bauten eine Flatrate und schulten unsere Mitarbeiter darin, Stangen aller möglichen Hersteller reparieren zu können. Damit machen wir es unseren Kunden leichter: Sie können nun jede Stange – egal ob von allsafe oder nicht – an uns zur Reparatur schicken. 

Reparieren funktioniert!

Und trotz dieser Fortschritte gab es auch einige Dämpfer: Die Arbeiter bei einem Kunden verpackten die Stangen zum Beispiel nicht sorgfältig und schmissen sie unachtsam auf eine Palette. Dann fuhr noch ein paar Mal der Stapler gegen die Enden, die die Palette überragten. Was glauben Sie, in welchem Zustand die Stangen bei uns ankamen?

Ich sag mal so: Der Kollege im Wareneingang brauchte anschließend erstmal eine große Portion liebevolle Zuwendung. 

Aber weil Aufgeben keine Option ist, erfanden wir eine Kiste, in die die Stangen perfekt passten. Das brachte nicht nur den Kollegen im Wareneingang zum Strahlen, auch unsere Kunden nahmen das unkomplizierte Handling gerne an. 

Mittlerweile sehen wir jeden Tag, wie gut es funktioniert hat, die anfängliche Vision in die Tat umzusetzen. Das freut mich riesig! Unsere Kunden nehmen das Angebot gut an, wir können ihnen nämlich mittlerweile einen echt guten Preis anbieten.Wir sind als Team weiter zusammengewachsen – jeder Einzelne leistet nun seinen ganz persönlichen Beitrag, um wertvolle Ressourcen einzusparen. 

Und das Problem mit den langen Lieferwegen? Da haben wir auch schon eine Idee …

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